Die Pflegeversicherung – Alles Wichtige dazu

Pflegeversicherung

Allgemein

Die Pflegeversicherung gehört in Deutschland zu den Sozialpflichtversicherungen seit 1995 und muss zeitgleich mit der Krankenversicherung gebildet werden. Die Krankenkasse muss dem Versicherungsnehmer eine Pflegeversicherung anbieten, ist gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch hat der Kunde die Wahl zwischen weiteren Anbietern. Die Versicherungsform enthält verschiedene Behandlungsstufen, die abhängig von der Pflegebedürftigkeit ist. Eine Person, die chronisch auf Hilfe angewiesen, erhält natürlich eine höhere Förderung. Die Pflegeversicherung übernimmt zum Beispiel Umbaumaßnahmen der eigenen Immobilie, heißt: Die Einrichtung wird für die betroffene Person angepasst.

Warum benötigt man eine Pflegeversicherung?

Alle Industrienationen haben eines gemeinsam: Ihre Gesellschaften werden immer älter. Nach den Vorausschätzungen zur Bevölkerungsentwicklung wird in Deutschland die Anzahl älterer Personen (67 Jahre und älter) bis zum Jahr 2040 voraussichtlich auf mindestens 21,5 Millionen steigen. Sie wird damit um 6,3 Millionen oder um 42 Prozent höher sein als die Anzahl der über 67-Jährigen im Jahr 2013. Ein heute sieben Jahre altes Mädchen hat gute Chancen, das 22. Jahrhundert zu erleben. Diese positive Entwicklung hat jedoch auch eine Kehrseite. Ab dem 80. Lebensjahr steigt die statistische Wahrscheinlichkeit, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, rapide an – auf rund 32 Prozent. Das heißt: je älter die Bevölkerung, desto höher die Zahl der Pflegebedürftigen. Pflegebedürftigkeit bedeutet für Betroffene und ihre Angehörigen große physische, psychische und finanzielle Belastungen. Zumal sich Familienstrukturen verändert haben: In den Familien gibt es weniger Kinder, oft sind diese berufstätig und können sich nicht so intensiv um ihre Eltern kümmern, wie es früher einmal der Fall war. Quelle

Pflege zuhause

Die Leistungen der Pflegeversicherung müssen Sie beantragen. Wer pflegebedürftig ist und einen Pflegegrad hat, bekommt Pflegegeld oder Pflegesachleistungen. Pflegesachleistungen nennt man die Hilfe von professionellen Pflegediensten. Die Höhe der Leistungen hängt vom Pflegegrad ab. Welchen Pflegegrad man hat, stellt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) fest. Quelle

Pflegevertretung und Kurzzeitpflege

Es kommt vor, dass eine private Pflegeperson ausfällt. Zum Beispiel wegen Krankheit oder Urlaub. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die Verhinderungspflege
Eine andere Person oder ein ambulanter Pflegedienst übernimmt für einige Zeit die Pflege zu Hause. Dann übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für eine Ersatzpflege bis zu sechs Wochen. Pro Jahr sind das maximal 1.612 Euro für Versicherte mit den Pflegegraden 2 bis 5.

2. Die Kurzzeitpflege in einem Pflegeheim
Die Versicherung übernimmt die Kosten bis zu acht Wochen. Aber auch hier maximal 1.612 Euro pro Jahr für Versicherte mit den Pflegegraden 2 bis 5. Mit dem Pflegegrad 1 kann man bis zu 125 Euro Zuschuss für die Kurzzeitpflege erhalten. Das ist über den Entlastungsbetrag möglich. Quelle

Zuschuss zur privaten Pflege-Zusatzversicherung

Wer zusätzlich zur gesetzlichen Pflegeversicherung eine private Pflege-Zusatzversicherung abschließt, bekommt seit 1.1.2013 einen Zuschuss („Pflegevorsorgezulage“) von monatlich 5 € („Pflege-Bahr“, §§ 126 ff. SGB XI).

Voraussetzungen sind z.B.:

  • Vor Vertragsabschluss keine Pflegebedürftigkeit mit Bezug von Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung.
  • Mindestbeitrag in der Pflege-Zusatzversicherung: 10 € monatlich.
  • Vollendung des 18. Lebensjahrs, Quelle

Beitrag

Es gibt zwei unterschiedliche Beitragssätze:

  • 2,55 %  für Versicherte mit Kindern, sowie für Personen, die vor dem 1.1.1940 geboren sind, für Kinder und Jugendliche unter 23 Jahren, für Bezieher von Arbeitslosengeld II und für Wehrdienstleistende und (Bundes)Freiwillige.
  • 2,8 % = erhöhter Beitrag für Kinderlose (2,55 % plus 0,25 %).

Der Arbeitgeberzuschuss beträgt jeweils 1,275%, Quelle

Eigene Meinung

Die Pflegeversicherung ist in meinen Augen sinnvoll angebracht. Gut finde ich, dass diese schon seit über 20 Jahren Teil der Sozialpflichtversicherungen ist. Viele Menschen, besonders junge Menschen können sich in die Lage nicht hineinversetzen und rechnen absolut nicht mit einer Pflegebedürftigkeit. Diese Denkweise ist zwar gut, fördert aber nicht die profitable Absicherung. Zumal, wenn man auf die Daten und Fakten schaut, sieht man ja die Realität und diese darf nicht ausgeblendet werden.

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